Was ist die beste Art und Weise, die erste Arbeitsstunde zu verbringen? Vorab sollten wir den Unterschied zwischen beschäftigt und produktiv klären. In der heutigen Zeit wird beschäftigt wie ein Ehrenzeichen getragen, als würde es unserem Leben einen Sinn verleihen. Je beschäftigter wir sind, desto erfolgreicher sind wir. Zumindest wird uns das gesagt.

Ich lösche einfach dieses Wort aus meinem Leben, denn ich möchte nicht mein Leben mit „zu beschäftigt“ verbringen. Ich möchte Zeit für Dinge haben, die wichtig für mich sind. Daher ist es auch keine Überraschung für mich, dass Forscher festgestellt haben, dass, je beschäftigter ein Mensch ist, umso weniger originell und kreativ ist er in seinem Alltag.

Meine erste Arbeitsstunde war sozusagen die Stunde im Alltag, in der ich am meisten beschäftigt war. Ich habe die Zeit damit verbracht, Dinge zu sortieren und einzurichten. Ich habe nicht bemerkt, dass ich in dieser Zeit schlichtweg nur beschäftigt war und nicht produktiv. Eines Abends hatte ich eine Offenbarung, während ich verzweifelt an einer to-do abarbeitete, das ich nicht rechtzeitig erledigt hatte. Da habe ich erkannt, wie wichtig es ist, meine Arbeitswoche mit der ersten Stunde des Tages zu beginnen.

Nutze deine Zeit einfach klug

Einmal saß ich mit einer heute sehr erfolgreichen Freundin zusammen. Sie hat von ihren Träumen erzählt, und das sie nie wollte, dass sich Arbeit wie Arbeit anfühlt. Heute hat sie ihre Arbeit mit ihrem Alltagsleben in Einklang und in Balance gebrachte. Ihre professionelle Einstellung hatte sie natürlich nicht seit Geburt, und musste an ihre stressbedingten Zusammenbrüche zurückdenken. Da müssen wir irgendwie alle durch!

Auch ich erinnere mich an die Zeit, wo ich dachte, nie zulassen zu wollen, dass die Arbeit mein Leben bestimmt. Denn das bedeutet für viele den Verzicht auf ihr soziales Umfeld. Aber es passiert so schnell, dass die Aufgaben bis hin zum Wochenende oder in die späten Abendstunden verschoben werden. Und schwupps, hat man wieder eine to-do verschoben. Es ist definitiv eine Überwindung, diese etwas schlechte Eigenschaft aus dem Leben zu löschen. Meine Freundin hatte im Laufe der Zeit eine einfache Lösung für sich erfunden, welche übrigens seitdem auch für mich gut funktioniert. Einfach so viel wie möglich nur in der zur Verfügung stehenden Zeit erledigen. 

Eine echte Offenbarung also. Wie oft hatte ich die Zeit aus den Augen verloren? Fristen in Abende und Wochenenden rollen gelassen? Zeit ist eine lustige, dennoch etwas fiese Sache, denn je mehr du davon hast, desto mehr wirst du sie verwenden. Und das schlimme: Sobald sie weg ist, kannst du sie nicht mehr zurückbekommen.

Schalte dein Morgen ein

Ich hatte den Reset meines Lebens, und probierte jedes Produktivitäts- und Zeitmanagement-Tool aus, das ich nur finden konnte. Mehrere kostenlose Testversionen hatte ich schon durchgetestet und dachte, dass jede Software jemanden beim Zeitmanagement zum King oder zur Queen gemacht hat, was natürlich so mal gar nicht stimmt. Heute weiß ich, wie ich das Beste aus der ersten Stunde machen kann und kann sagen, dass ich noch nie so produktiv gewesen bin – auch ohne irgendwelche Softwareprogramme.

Die erste Arbeitsstunde ist eine kraftvolle bzw. leistungsstarke Zeit. Es ist eine Zeit, die den Ton für deinen Tag angibt. Du kannst sie damit verbringen, viel zu tun oder produktiv zu arbeiten. Wenn es sein muss, dann beginne ich auch mal eine halbe Stunde, bevor alle ins Büro kommen, Arbeiten zu erledigen. Das heißt, Notizen und to-dos organisieren und sogar einen Tagesplan für die Zeit zu erstellen.

Ich öffne zuerst meinen Planer, um eine Momentaufnahme der Aufgaben, die ich erledigen muss, zu erhalten. Mein Planer enthält Abschnitte für meine Lunch-Zubereitung, geplante Workouts, Ausgaben, sowie alle meine täglichen Aufgaben im Büro. Ich bin etwas oldschool und schreibe am liebsten die genauen Zeiten für alles auf. Wenn ich diese Frist nicht einhalte, gehe ich einfach zum nächsten Schritt.

Natürlich bin ich auch digital strukturiert, indem ich Evernote verwende. Eine einfache Checkliste mit allen Dingen, die ich in einer Woche erledigen muss. Am Ende eines jeden Tages gehe ich nochmal alles durch, um sicherzustellen, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Iss nur das, was gut für dich ist

Ich glaube wirklich an die Kraft eines guten Essens. Essen ist das einzige, was dir hilft, den Tag zu überstehen, also deine Energiequelle. Ich bin es gewohnt, wirklich spät zu frühstücken, daher trinke ich viel Tee, Säfte oder Smoothies, oder auch mal Müsli. Denn was du deinem Körper antust, ob positiv oder negativ, hat eine enorme Auswirkung auf deinen Kopf, deinen Verstand und deine Seele. Wenn du in den Anfängen deiner Zwanziger bist, ist dies etwas schwierig zu verstehen, geschweige denn kaum bemerkbar.

Also, nachdem ich meine ganzen Arbeiten erledigt habe, mache ich mir ein tolles Frühstück.

Bereite dich (dein Gehirn) auf Erfolge vor

Ich habe ein Buch über die Psychologie der Beeinflussung von Menschen gelesen, welches mein Leben wirklich verändert hat. Das Aufregendste, das ich bisher gelernt habe, ist, dass wir unser Gehirn mit Schemata oder Diagrammen vorbereiten können. Um es einfach auszudrücken, unser Verstand wird von Ideen beeinflusst und denkt unterschwellig an zugehörige Wörter und Konzepte.

Schemata beeinflussen uns jeden Tag, ob wir es merken oder nicht, wenn wir zum Beispiel an den Osterhasen oder einen Dessertkuchen aus Gemüse denken.

Um meinen Standpunkt zu verdeutlichen: Nenne das erste Gemüse, das innerhalb einer Sekunde dir in den Kopf kommt.

Wenn du an eine Karotte dachtest, wurdest du soeben beeinflusst, ohne dies zu bemerken. Und du kannst dieses Wissen nutzen, um deine Einstellung zur ersten Arbeitsstunde zu ändern. Bereite dein Gehirn auf Erfolge vor, indem du dir Bilder zeigst oder Quotes durchliest, die Energie, Produktivität und Erfolg fördern. Ich versuche dies am Morgen, indem ein Moodboard anschaue und mich inspirieren lasse. Ich denke auch, dass es wichtig ist, die erste Arbeitsstunde zu nutzen, um Ideen von anderen zu sammeln und diese mit Kollegen oder Partnern auszutauschen.

So habe ich die erste Stunde meines Arbeitstages in eine produktive erste Stunde verwandelt. Mich würde jetzt sehr interessieren, was du davon hältst, oder ob der psychologische Trick bei dir funktioniert hat.